Traumsymbol
Schwangerschaft

Traumdeutung Schwangerschaft: Was bedeutet der Traum?

Was es bedeutet, von einer Schwangerschaft zu träumen: ein ruhiger Verlauf gegenüber Komplikationen und wie verschiedene Traditionen es deuten.

Eine Schwangerschaft im Traum wird selten wörtlich gelesen. Sie steht meist für etwas, das im Leben des Träumenden bereits angelegt ist, noch nicht sichtbar wird und sich nicht beschleunigen lässt — und genau diese Eigenschaft, die eigene Frist, macht das Bild aus. Männer träumen es ebenso wie Frauen, und in den Deutungstraditionen gilt das nicht als Widerspruch.

Eine ruhige, unkomplizierte Schwangerschaft. Verläuft im Traum alles unauffällig, wird das meist als Bild für ein Vorhaben gelesen, das sich in gesundem Tempo entwickelt, auch wenn von außen noch nichts davon zu sehen ist.

Angst, Komplikationen oder eine verheimlichte Schwangerschaft. Ist der Traum von Sorge geprägt oder muss die Schwangerschaft verborgen bleiben, verschiebt sich die Deutung zum Zweifel: die Furcht, dass etwas Entstehendes nicht gut genug vorbereitet oder geschützt ist, oder dass es zu früh sichtbar wird.

Eine ungewollte Schwangerschaft im Traum. Ein häufiges und oft beunruhigendes Motiv. Es wird meist nicht als Urteil über einen Kinderwunsch gelesen, sondern als Frage danach, was der Träumende gerade tragen soll, ohne es gewählt zu haben.

Als Mann schwanger sein. Diese Variante kommt öfter vor, als Träumende erwarten, und wird in mehreren Traditionen ohne Verwunderung behandelt — meist als etwas Getragenes, eine Verantwortung oder ein Geheimnis.

Von der Schwangerschaft einer anderen Person träumen. Ein eigenes Motiv, das in der Regel weniger mit der Person zu tun hat als mit etwas, das im Umfeld des Träumenden im Entstehen ist.

Eine unmöglich lange Schwangerschaft. Ein Traum, in dem sich der Zustand über Jahre zieht, wird meist mit Ungeduld verknüpft: Etwas soll fertig sein, das noch nicht fertig sein kann.

Was die Deutung verschiebt. Das vorherrschende Gefühl trägt mehr als die Umstände: Vorfreude, Scham, Sorge oder Gleichgültigkeit führen zu ganz unterschiedlichen Lesarten.

Was der Traum nicht bedeutet. Er zeigt keine tatsächliche Schwangerschaft an, weder die eigene noch die einer anderen Person, und er sagt nichts über Fruchtbarkeit oder Gesundheit aus. Verschiedene Volkstraditionen deuten ihn ausdrücklich anders — diese Seite berichtet, dass sie das tun, und schließt sich dem nicht an. Wer eine Schwangerschaft plant, erlebt oder fürchtet, träumt schlicht häufiger davon.

Sichtweisen verschiedener Traditionen

Die klassische islamische Traumdeutungstradition liest die Schwangerschaft über Verborgenheit und Zunahme: Etwas ist vorhanden, wächst und ist noch nicht sichtbar, und es wird zu seiner Zeit sichtbar werden. Die Deutungen richten sich deshalb häufiger auf Angelegenheiten, die ausgebrütet werden — angesammeltes Vermögen, ein noch nicht erklärter Plan, eine Sorge, die jemand für sich behält — als auf eine leibliche Geburt. Der Zustand der Schwangerschaft trägt die Deutung: eine leichte, gesunde wird günstig gelesen, als eine Sache, die zu ihrem Ende kommt, während eine beschwerliche oder verheimlichte auf eine Last deutet, die der Träumende übernommen und niemandem gesagt hat.

In einem Punkt ist die Tradition sorgfältig, und der gehört an die Leser weitergegeben: Ein Traum von einer Schwangerschaft wird nicht als Auskunft über den Körper des Träumenden behandelt. Sie unterscheidet außerdem danach, wer da träumt. Ein Teil des klassischen Materials befasst sich mit dem Fall, dass ein Mann sich schwanger sieht, und liest ihn nicht wörtlich, sondern als etwas Getragenes — eine Verantwortung oder ein Geheimnis. Eine einzelne feste Regel dazu lässt sich allerdings nicht sicher behaupten, und diese Darstellung tut es deshalb auch nicht. Als Ankündigung einer wirklichen Schwangerschaft ist in dieser Lesart nichts davon gemeint.

Die Schwangerschaft ist eines der klarsten Bilder des Reifens in der analytischen Psychologie: Etwas bildet sich im Unbewussten, das das Bewusstsein noch nicht sehen, nicht benennen und nicht beschleunigen kann. Der wesentliche Zug ist die Zeit. Ein reifender Inhalt hat seine eigene Frist, und die Ungeduld des Ichs mit dieser Frist ist häufig das eigentliche Thema des Traums — nicht das Kind, sondern das Warten. Das Bild gehört zur selben Familie wie das göttliche Kind, über das Jung tatsächlich geschrieben hat und das auf der Seite zum Baby entfaltet wird, steht aber eine Stufe davor: Möglichkeit, die noch nicht angekommen ist und deshalb noch nicht beschützt, sondern nur getragen werden kann.

Männer träumen dieses Bild ebenfalls, und eine jungianische Lesart behandelt das als unauffällig statt als Paradox: Es verweist auf schöpferisches oder Anima-Material und nicht auf den Körper. Zwiespältigkeit im Traum wird als Zwiespältigkeit gegenüber der Veränderung gelesen und nicht als Urteil über sie — eine ungewollte Schwangerschaft im Traum stellt die Frage, was der Träumende tragen soll, ohne es gewählt zu haben. Ausdrücklich nicht gemeint ist eine Vorhersage, weder über eine wirkliche Schwangerschaft noch über den Ausgang eines Vorhabens; die analytische Psychologie ist an dieser Stelle bewusst nicht prognostisch und weist dem Bild keine feste Bedeutung zu.

Das volkstümliche chinesische Material ist hier dicht, und sein ordnender Begriff ist der Fötustraum: ein Traum, der eine Empfängnis ankündigt, herkömmlich mit einem Tier, einer Frucht oder einer Blume im Mittelpunkt, deren Bild auf Wesen und Geschlecht des Kindes gelesen wird. Es handelt sich um eine anerkannte volkstümliche Kategorie mit klassischer Quelle und ausdrücklich nicht um eine Regel des populären Zhou Gong Jie Meng und ebenso wenig um ein ausgebautes System der Geschlechtsbestimmung — als solches ist es eher in den Nachbartraditionen Ostasiens entfaltet worden.

Die klassische Quelle gehört genannt, denn aus ihr stammt die ganze Verbindung von Traum und Schwangerschaft im Chinesischen. Im Buch der Lieder steht die Zeile, Bären und Braunbären seien das Vorzeichen von Söhnen, Vipern und Schlangen das Vorzeichen von Töchtern. Aus ihr kommen die Wendungen, ein Bär trete in den Traum, und von der Freude, einen Bären zu träumen, die bis heute der übliche literarische Glückwunsch zur Geburt eines Sohnes sind. Das ist die bekannteste chinesische Formel zu diesem Thema, und sie leistet zweierlei zugleich: Sie liefert die Bildmechanik hinter dem Fötustraum, statt ihn als unerklärten Brauch stehen zu lassen, und sie erklärt, warum die Seite über die Schlange eine Schwangerschaftslesart kennt — die Schlangenhälfte desselben Verspaars ist ihre Quelle. Zweitens gilt eine von einem Ahnen angekündigte Empfängnis als anvertrauter Traum, bei dem die Toten den Lebenden eine Botschaft übergeben, weshalb solche Träume überlieferungsgemäß den Älteren der Familie berichtet und nicht für sich behalten werden. Drittens steht auch hier der umgekehrte Traum zur Verfügung, nach dem eine Klasse von Träumen das Gegenteil bedeutet, und ein Teil der Deutungen wendet ihn an — das ist jedoch ein Nebenstrang und nicht der Rahmen dieses Bildes. Von der Schwangerschaft einer anderen Person zu träumen wird gemeinhin als Nachricht oder Zuwachs gedeutet, der im Haushalt eintrifft; das ist eine verbreitete kulturelle Assoziation und kein Urteil des Handbuchregisters, das eine fremde Schwangere anders und knapper führt, wie der Absatz unten zeigt. Es handelt sich um Volksüberlieferung; dass ein Traum eine wirkliche Schwangerschaft anzeigen könnte, wird hier berichtet und nicht behauptet.

Nachzutragen ist das Handbuchregister neben dem Fötustraum. Die volkstümlichen Traumbücher geben Lesarten dieser Form: Eine Schwangere zu sehen kündigt an, dass ein Vorhaben gelingt; die eigene Frau schwanger zu sehen Zugewinn an Vermögen; selbst schwanger zu sein ein freudiges Ereignis; eine Schlange, die in den Gewandbausch kriecht, die Geburt eines angesehenen Sohnes. Dazu 「梦兰之喜」 (mèng lán zhī xǐ), die Freude vom geträumten Orchideenzweig, der literarische Glückwunsch zur Geburt einer Tochter, und der nüchterne Satz 「日有所思,夜有所梦」 (rì yǒu suǒ sī, yè yǒu suǒ mèng), woran man am Tag denkt, davon träumt man nachts — die volkstümliche Erklärung dafür, warum gerade ein Kinderwunsch solche Träume hervorbringt. Berichtet wird, was die Tradition behauptet.

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