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Klartraum

Traumdeutung Klartraum: Was bedeutet der Traum?

Was ein Klartraum bedeutet: warum das Wissen um das eigene Träumen alles verändert, und wie unterschiedliche Traditionen ihn deuten.

Somnovis-Redaktion

Der Klartraum unterscheidet sich von jedem anderen Trauminhalt dadurch, dass er kein Symbol im eigentlichen Sinn ist, sondern ein Bewusstseinszustand: Man weiß mitten im Traum, dass man träumt, und diese Erkenntnis verändert alles, was danach geschieht. Anders als beim Fliegen oder Fallen geht es hier nicht darum, was im Traum passiert, sondern darum, wer die Kontrolle über das Geschehen hat.

Bewusst zu erkennen, dass man träumt, und die Traumhandlung gezielt zu lenken. Das spiegelt meist echtes Vertrauen in die eigene Fähigkeit wider, auch im Wachleben Einfluss zu nehmen, statt Ereignisse nur passiv über sich ergehen zu lassen.

Die Kontrolle wieder zu verlieren, sobald man erkennt, dass man träumt, und ins gewohnte, ungelenkte Träumen zurückzufallen. Das deutet häufig auf die Sorge hin, dass neu gewonnene Einsicht sich nicht wirklich in echten Einfluss übersetzen lässt.

Sichtweisen verschiedener Traditionen

Die klassische islamische Traumdeutung kennt keine eigene Kategorie für den luziden Traum, unterscheidet aber grundsätzlich zwischen der bedeutungsvollen, wahrhaftigen Vision und dem gewöhnlichen, bedeutungslosen Traum aus Seele oder Verwirrung; ein Traum, in dem der Träumende selbst erkennt, was er sieht, wird in dieser Logik eher der ersten, höherwertigen Kategorie zugeordnet.

In einer jungianischen Lesart kann der Klartraum als seltener Moment gelten, in dem das Ich bewusst mit dem Unbewussten in Kontakt tritt, ohne von ihm überwältigt zu werden — eine Gelegenheit zur direkten Auseinandersetzung mit inneren Bildern, die sonst nur im Rückblick gedeutet werden können.

In der chinesischen Volkstradition, in der Träume oft als eigenständige Reisen der Seele während des Schlafs verstanden wurden, passt die Vorstellung eines im Traum bei vollem Bewusstsein handelnden Menschen gut zu älteren Bildern einer wandernden, aber wachen Seele; ein Klartraum wird daher eher als Zeichen einer besonders klaren, geordneten inneren Verfassung gedeutet als als bloßer Zufall.

Quellen

Die Abschnitte zu den Traditionen stützen sich auf diese Werke. Das heißt nicht, dass jeder Satz ein Zitat daraus ist. Die Verfasserschaft der Ibn Sirin zugeschriebenen Traumschrift ist umstritten. Das chinesische Traumbuch wird nur sinngemäß wiedergegeben, weil der Wortlaut je nach Fassung abweicht; Ausgabe, Kapitel und Datum werden nicht genannt.

  • Artemidorus of Daldis, Oneirocritica (2nd century).
  • Muntakhab al-Kalām fī Tafsīr al-Aḥlām, the dream book attributed to Ibn Sirin.
  • Zhou Gong Jie Meng (周公解梦).
  • C. G. Jung, Man and His Symbols (1964), and the Collected Works.

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