Traumsymbol

Im Stau stehen im Traum: Bedeutung und Deutung

Was es bedeutet, im Traum in einem endlosen Stau festzusitzen, ohne voranzukommen, und wie die Traumdeutung dieses moderne Motiv liest.

Im Stau zu stehen, unterscheidet sich im Traum von einer Autopanne dadurch, dass am Fahrzeug selbst gar nichts kaputt ist – der Träumende sitzt inmitten unzähliger anderer, ebenso wartender Menschen fest, und das Problem liegt nicht im eigenen Wagen, sondern in etwas, das alle gemeinsam betrifft und niemand allein lösen kann.

Der Träumende sitzt im Traum in einem endlosen Stau fest, während die Zeit für einen wichtigen Termin unaufhaltsam verstreicht. Dieses Motiv wird meist als Ausdruck der Sorge gelesen, im Wachleben durch Umstände aufgehalten zu werden, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen und trotzdem einem wichtigen Vorhaben schaden könnten.

Der Träumende nutzt die unerwartete Standzeit im Stau, um sich zu entspannen, Musik zu hören oder ein Gespräch zu führen, statt sich zu ärgern. Dieses Motiv deutet eher auf eine im Wachleben gewachsene Gelassenheit gegenüber Verzögerungen hin, die sich ohnehin nicht durch eigenes Zutun beschleunigen lassen.

Sichtweisen verschiedener Traditionen

Da Straßenverkehr als moderner Vorgang in den klassischen Texten nicht behandelt wird, deuten heutige Ausleger ein Feststecken auf dem Weg im Traum meist als Hinweis auf eine vorübergehende Verzögerung, die Geduld erfordert, aber kein endgültiges Scheitern bedeutet.

In der analytischen Psychologie kann ein Stau im Traum das Gefühl darstellen, gemeinsam mit anderen in einer Lebensphase festzustecken, die sich nicht durch individuelle Anstrengung allein beschleunigen lässt, sondern Geduld gegenüber äußeren Umständen verlangt.

In der chinesischen Volkstradition wird ein blockierter Weg im Traum häufig allgemein als Hinweis gedeutet, ein Vorhaben zu verschieben oder anders anzugehen, statt gegen ein Hindernis anzukämpfen, das sich derzeit nicht überwinden lässt.