Traumdeutung Tarotkarten: Was bedeutet der Traum von Tarotkarten?
Tarotkarten im Traum: ein vages Gefühl, das eine konkrete Bildform bekommt. Klassische, jungianische und chinesische Deutungen im Vergleich.
Ein Traum von ausgelegten oder gezogenen Tarotkarten handelt weniger von einer einzelnen Vorhersage als vom Vorgang selbst: Der Träumende, oder jemand, der für ihn legt, übersetzt ein vages Gefühl in ein konkretes Bild – und genau diese Übersetzung, nicht eine feste Kartenbedeutung, trägt meist die eigentliche Botschaft.
Der Träumende zieht selbst eine Karte und erkennt sie deutlich. Der Träumende, der selbst eine deutlich erkennbare Karte zieht, wird meist mit einer Situation verbunden, die er im Grunde bereits besser versteht, als er sich bislang eingestanden hat – der Traum gibt diesem Verständnis lediglich eine greifbare Form.
Jemand anderes legt die Karten oder deutet sie für den Träumenden. Legt eine andere Person die Karten oder deutet sie für den Träumenden, spiegelt dies eher den Wunsch nach einer Außenperspektive auf eine zu nahe Angelegenheit wider – oder die Sorge, etwas über sich selbst zu erfahren, das man eigentlich gar nicht wissen wollte.
Sichtweisen verschiedener Traditionen
Für diese moderne, kartenbasierte Wahrsagepraxis gibt es keine eigene klassische Lesart, doch Wahrsagerei allgemein wird in der Tradition mit echter Vorsicht behandelt – ein solcher Traum wird meist eher als Ausdruck der eigenen Unsicherheit und des Bedürfnisses nach Orientierung gelesen denn als Beschreibung eines tatsächlichen Ereignisses.
Die Bildmotive des Tarots werden oft als eine Sammlung archetypischer Figuren gelesen, ähnlich jenen, die in der analytischen Psychologie beschrieben werden – im Traum nutzt die Psyche womöglich fertige, kulturell bereits aufgeladene Bilder, um etwas mitzuteilen, dem der Träumende selbst noch keine eigenen Worte gegeben hat.
Da es sich um eine westliche Wahrsagepraxis ohne tiefe Wurzeln in der chinesischen Volkstradition handelt, behandeln Ausleger sie eher analog zu anderen Wahrsagungsträumen: eine klare, angenehme Karte gilt als gutes Zeichen, eine beunruhigende eher als Anlass zur Vorsicht denn zur Sorge.