Traumdeutung Gier: Was bedeutet der Traum von Gier?
Ein Traum von Gier: ein unstillbarer Appetit, der über sein eigentliches Ziel hinausgewachsen ist. So deuten Traditionen dieses Bild.
Anders als ein Traum von Geld selbst dreht sich ein Traum von Gier nicht um den Besitz, sondern um den Appetit dahinter – ein Verlangen, das sich nicht durch das Erreichen eines Ziels stillen lässt, sondern immer weiter nach mehr greift.
Selbst im Traum unersättlich raffen, horten oder anderen etwas wegnehmen. Dieses Bild verweist häufig darauf, dass ein Ehrgeiz oder Wunsch des Träumenden seinen ursprünglichen Sinn bereits überwachsen hat – ein Ziel, das einmal berechtigt war, ist zu einem Selbstzweck geworden, der kaum noch zu befriedigen ist.
Von der Gier eines anderen betroffen sein, dem etwas weggenommen oder vorenthalten wird. Wer im Traum spürt, wie ihm durch die Gier einer anderen Person etwas fehlt, trägt oft ein waches Gefühl in sich, in einer bestimmten Beziehung oder Situation zu kurz zu kommen.
Sichtweisen verschiedener Traditionen
Klassische Traumdeutungen lesen Gier durchweg ungünstig, verbunden mit einem Verlangen, das über das rechtmäßig Zustehende hinausgeht, und ein Traum davon wird meist als Warnung gedeutet, das eigene Maß nicht aus den Augen zu verlieren.
In jungianischer Lesart kann übertriebene Gier im Traum eine Kompensation sein – ein Mangel, der auf einer anderen, oft psychischen Ebene tatsächlich besteht, sucht sich Ausdruck in einem übersteigerten materiellen Verlangen.
In der chinesischen Volksüberlieferung findet sich der wiederkehrende Gedanke, dass übertriebene Gier am Ende Verlust nach sich zieht, und ein entsprechender Traum wird oft als Mahnung gedeutet, bei geschäftlichen oder finanziellen Entscheidungen nicht zu weit zu gehen.