Traumsymbol

Traumdeutung Gemälde: Was bedeutet der Traum?

Was es bedeutet, von einem Gemälde zu träumen: ein festgehaltenes Bild statt eines lebendigen Moments.

Anders als ein Spiegel, der die Gegenwart unmittelbar zurückwirft, hält ein Gemälde im Traum einen einzigen, bewusst gewählten Moment fest — etwas, das absichtlich so dargestellt wurde, wie es gesehen oder erinnert werden soll, nicht notwendigerweise, wie es tatsächlich war.

Ein Gemälde, das die träumende Person selbst oder eine ihr nahestehende Person in einem besonders schönen, würdevollen Licht zeigt. Ein wohlwollendes, würdevolles Porträt wird häufig als Zeichen dafür gedeutet, dass die träumende Person gerade Anerkennung erfährt oder sich selbst mit größerer Milde betrachtet als sonst üblich.

Ein Gemälde, das sich verändert, verblasst oder ein völlig anderes Bild zeigt, als die träumende Person erwartet hat. Ein sich veränderndes oder unerwartetes Gemälde deutet häufig darauf hin, dass ein festes Selbstbild oder eine feste Erinnerung der träumenden Person gerade infrage gestellt wird.

Sichtweisen verschiedener Traditionen

Das Gemälde hat keine eigene klassische Deutung, doch Ausleger übertragen häufig die Lesart für ein bewusst geschaffenes Abbild: ein schönes, stimmiges Gemälde gilt als günstiges Zeichen für Ansehen, ein sich veränderndes als Hinweis auf eine wankende Gewissheit.

In einer jungianischen Lesart steht das Gemälde für ein bewusst gestaltetes Selbstbild, die Persona, die absichtlich so präsentiert wird — sein Verblassen oder seine Verzerrung deutet auf ein Selbstbild hin, das der inneren Wahrheit nicht mehr ganz entspricht.

Ohne eigene tief verwurzelte Tradition wird das Gemälde in der chinesischen Volksdeutung meist über die Logik eines bewahrten Andenkens gelesen: ein klares, würdevolles Bild als günstiges Zeichen für bleibendes Ansehen, ein verblassendes als Mahnung, eine Sache nicht aus den Augen zu verlieren.