Traumdeutung Dolmetscher: Bedeutung und Interpretation
Was es bedeutet, im Traum einen Dolmetscher zu brauchen oder selbst zu sein: Verständigungslücken und wie Traditionen dieses Motiv deuten.
Ein Dolmetscher tritt im Traum immer dann auf, wenn eine direkte Verständigung offenbar nicht mehr ausreicht – zwischen dem Träumenden und einer anderen Person steht in diesem Bild buchstäblich jemand, der übersetzen muss, was sonst unmittelbar verstanden werden könnte.
Der Träumende ist im Traum auf einen Dolmetscher angewiesen, weil er sich einer wichtigen Person gegenüber nicht direkt verständlich machen kann. Dieses Motiv wird meist als Ausdruck einer realen Kommunikationslücke im Wachleben gelesen – einer Beziehung, in der etwas Wesentliches offenbar nicht ohne Vermittlung ausgesprochen werden kann.
Der Träumende übernimmt im Traum selbst die Rolle des Dolmetschers zwischen zwei Menschen, die sich sonst nicht verstehen würden. Dieses Motiv deutet eher auf die eigene Fähigkeit hin, im Wachleben zwischen unterschiedlichen Positionen oder Menschen zu vermitteln, auch wenn diese Rolle Kraft kostet und selten gewürdigt wird.
Sichtweisen verschiedener Traditionen
Da der Dolmetscher als moderne Rolle in den klassischen Texten nicht eigens behandelt wird, deuten heutige Ausleger ihn in Analogie zu einem vertrauenswürdigen Vermittler, dessen Auftreten im Traum meist als günstiges Zeichen für die Klärung eines Missverständnisses gilt.
In der analytischen Psychologie kann der Dolmetscher für die Notwendigkeit stehen, zwischen zwei innerlich unvereinbar scheinenden Anteilen der eigenen Persönlichkeit zu vermitteln, die sich sonst nicht unmittelbar verständigen können.
Ohne eigene Entsprechung im traditionellen Volksglauben wird der Dolmetscher in neueren volkstümlichen Deutungen mit der Klärung eines Missverständnisses zwischen zwei nahestehenden Personen assoziiert, insbesondere wenn das Gespräch im Traum letztlich gelingt.