
Traumdeutung Besessenheit: Was bedeutet der Traum, besessen zu sein?
Im Traum besessen zu sein bedeutet, die Kontrolle an einen fremden Willen zu verlieren. Wie Traditionen und Psychologie dieses Bild deuten.
Ein Traum, in dem der Träumende von einer fremden Macht besessen wird, gehört zu den beunruhigendsten überhaupt, weil dabei nicht nur eine äußere Bedrohung, sondern die eigene Identität selbst betroffen zu sein scheint.
Im Traum von einer feindseligen, bedrohlichen Macht besessen werden und sich dagegen wehren. Dieses Bild deutet meist darauf hin, dass sich der Träumende im Wachleben von etwas kontrolliert fühlt, das seine eigene Kraft übersteigt – ein Mensch, eine Gewohnheit oder eine Verpflichtung, der er sich nicht entziehen kann.
Im Traum besessen sein, ohne dass sich das durchweg bedrohlich anfühlt, mit ungewohnter Kraft oder Gelassenheit. Diese Variante spiegelt häufiger einen unterdrückten Teil des Selbst wider, der im Traum endlich Ausdruck findet – eine Seite, die im Wachleben sonst keinen Raum bekommt.
Sichtweisen verschiedener Traditionen
Besessenheit durch Dschinn ist ein in der klassischen wie in der volkstümlichen islamischen Tradition anerkannter Begriff, und ein entsprechender Traum wird meist ernst genommen, als Warnung vor schlechtem Umgang oder einem unsichtbaren, schädlichen Einfluss.
In jungianischer Lesart entspricht dieser Traum recht direkt dem, was Jung als Besessenheit durch einen Komplex beschrieb – ein autonomer psychischer Inhalt, der den bewussten Willen zeitweise überstimmt.
Besessenheit durch Geister ist ein fest verankertes Motiv der chinesischen Volksüberlieferung, und ein entsprechender Traum wird traditionell als Mahnung gedeutet, sich vor überwältigendem Einfluss zu hüten oder eine ungeklärte Angelegenheit gegenüber den Ahnen nicht länger zu vernachlässigen.